Antifa 1 Up http://antifa1up.blogsport.de Krieg den deutschen Zuständen. Allerdings! [Karl Marx] Tue, 04 Aug 2009 19:47:37 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Vom Partisanen zum Selbstmordattentäter http://antifa1up.blogsport.de/2009/08/04/vom-partisanen-zum-selbstmordattentaeter/ http://antifa1up.blogsport.de/2009/08/04/vom-partisanen-zum-selbstmordattentaeter/#comments Tue, 04 Aug 2009 19:46:51 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2009/08/04/vom-partisanen-zum-selbstmordattentaeter/ Zur Geschichte das irregulären Kämpfers

Vortrag und Diskussion mit Niklaas Machunsky

Während die ersten modernen Terroristen in Russland in ihrem Kampf gegen den Zaren alles bis hin zum Selbstopfer unternahmen, um unschuldige Opfer zu vermeiden, ist das Opfer des Selbst im Kampf gegen die Unschuldigen, die es nicht mehr geben soll, zur wirksamsten Waffe im Arsenal der islamischen Terroristen geworden. Was sich heute im suicide bombing Bahn bricht, war schon in den Befreiungskriegen gegen Napoleon angelegt. Darin hat die antiimperialistische Ideologie, der jede irreguläre Gewalt gegen das Imperium als Akt der Befreiung erscheint, recht behalten: die Leidenschaft für den Aufstand war bis heute nur im Namen der Nation oder Gottes erfolgreich. Soll sie jedoch nicht nur zur Legitimation des Bestehenden dienen, ist es nötig die Geschichte gegen den Strich zu lesen. Nur wenn man begreift, dass Geschichte immer auch hätte anders verlaufen können, ist auch die Hoffnung begründet, die Gegenwart könne auf eine andere Zukunft zulaufen, als es die objektive Tendenz befürchten lässt.

Donnerstag, 20. August 2009, 20:00Uhr
Jugendclub Bureau
Hafnersgraben 9, Sulzbach-Rosenberg

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Naziaufmarsch verhindern! http://antifa1up.blogsport.de/2009/04/14/naziaufmarsch-verhindern/ http://antifa1up.blogsport.de/2009/04/14/naziaufmarsch-verhindern/#comments Tue, 14 Apr 2009 09:50:25 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2009/04/14/naziaufmarsch-verhindern/ 1. Mai – Weiden in der Oberpfalz

Unter dem Motto „Kapitalismus zerschlagen“ mobilisiert das so genannte „Freie Netz Süd“ für eine Demonstration in Weiden am 1. Mai 2009. Zum „Freien Netz Süd“ schlossen sich Ende 08 | Anfang 09 Neonazis aus Franken, der Oberpfalz und Oberbayern zusammen nachdem ihr Versuch, die NPD auf einen radikaleren Kurs zu lenken und den bemüht bürgernahen bayerischen NPD-Landesvorsitzenden Ralf Ollert zu stürzen, gescheitert war. Unter dem Label „Freies Netz Süd“ wird nach dem Vorbild des „Freien Netzes“ in Sachsen und Thüringen, eine Internetseite betrieben, auf der sich mehrere rechtsradikale Gruppen aus verschiedenen Regionen präsentieren.

Mit dem Projekt der Organisierung als parteifreie „Nationale Sozialisten“ kehren vor allem Matthias Fischer, Norman Kempken und Lutz Passon in die Kameradschaftsszene zurück, aus der sie einst kamen. Alle drei Aktivisten galten als führende Köpfe des im Jahr 2004 verbotenen Kameradschaftsdachverbands „Fränkische Aktionsfront“. Die neue Struktur könnte insofern durchaus als „Nachfolgeorganisation“ gesehen werden. Bisher machte es vor allem durch die Abschlussdemonstration mit über 150 TeilnehmerInnen der völkisch antikapitalistischen Kampagne „Bankräuber stoppen“ am 07.02.09 in Weiden auf sich aufmerksam.

Am 1. Mai verherrlichen alte und neue Nazis das deutsche Arbeitsethos. Die Vorstellung einer ehrlichen, „schaffenden“ deutschen Arbeit im Gegensatz zu einer vornehmlich als jüdisch gedachten, „raffenden Nichtarbeit“ ist ein wirkungsmächtiges Medium des Antisemitismus und spielte im Nationalsozialismus eine große Rolle als zentraler Bezugspunkt der deutschen Volksgemeinschaft. Im völkischen Antikapitalismus der selbsternannten „Nationalen Sozialisten“ des „Freien Netzes Süd“ nimmt dieses Ideologem nach wie vor einen großen Platz ein und bietet Anknüpfungspunkte an die falsche Kapitalismuskritik von Bürgern wie Globalisierungsgegnern, die ihre „soziale Marktwirtschaft“ vom „Heuschreckenkapitalismus“ und ihre Kollektividentität vom „wurzellosen“ Judentum bedroht sehen.

Solch eine vereinfachende und offen bzw. strukturell antisemitische Auffassung der Verhältnisse lehnen wir ab! Arbeit ist kein Selbstzweck, sondern wenn überhaupt notwendiges Übel!

Kommt am 1. Mai 2009 nach Weiden und stellt Euch dem „Freien Netz Süd“ in den Weg!

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Die Inszenierung eines Interventionsanlasses http://antifa1up.blogsport.de/2009/03/10/die-inszenierung-eines-interventionsanlasses/ http://antifa1up.blogsport.de/2009/03/10/die-inszenierung-eines-interventionsanlasses/#comments Tue, 10 Mar 2009 18:14:12 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2009/03/10/die-inszenierung-eines-interventionsanlasses/ Über die Völkerschlacht im früheren Jugoslawien und die deutsche Regie auf dem Kriegsschauplatz

Vortrag von Thomas Becker

Als am 24. März 1999 Piloten der Bundeswehr an der Seite eines Nato-Geschwaders über Belgrad erschienen, welches ihre ersten Bombenladungen auf die Stadt warf und damit eine Luftschlacht einleiteten, die 78 Tage andauern sollte, bis sie Serbien schließlich zur Kapitulation zwang, hatte die UCK den Krieg schon gewonnen. Die sogenannte Befreiungsarmee der Kosovo-Albaner hatte, wie die kroatischen und muslimischen Volkskrieger vor ihr, den Aufstand gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, nur gewagt, weil sie die berechtigte Hoffnung hegte, dass ihr die überlegene Militärmacht des Westens zur Hilfe eilen würde, sobald der Krieg einmal in Gang gekommen war. Die Strategie hatte sich in Bosnien bewährt. Um die gewünschte Nato-Intervention heraufzubeschwören, musste man nur – z.B. durch terroristische Aktionen – die Staatsorgane zu unverhältnismäßigen Gegenmaßnahmen provozieren und so lange durchhalten, bis in den internationalen Medien der Anschein eines außer Kontrolle geratenen Bürgerkriegs entstand. Opfer unter der Zivilbevölkerung und Fluchtbewegungen stellen sich dann normalerweise ganz von selbst ein, so dass Massaker und Gräueltaten nicht in jedem Fall inszeniert oder frei erfunden werden müssen. Die UCK brauchte nur wenige Anläufe, zuerst im Frühjahr, dann im Sommer 1998, um schon nach einem Jahr jene humanitäre Katastrophe herzustellen, welche zum Anlass der Nato-Intervention wurde. In Bosnien, wo man sich noch nicht auf einen Präzedenzfall beziehen konnte, der dort erst geschaffen wurde, brauchte es dafür mehr Zeit und Opfer. Das deutsche Volk, das seine Selbstbestimmung am 9. November 1989 errungen hatte, war zunächst das einzige Vorbild und Deutschland der einzige westliche Verbündete. Der Volksaufstand in Kroatien und Bosnien konnte sich damals lediglich auf das Versprechen des deutschen Außenministers stützen, dass den Völkern Jugoslawiens nicht verwehrt werden könne, was den Deutschen gerade geschenkt ward, und dass mit jedem Schuss der Ausbruch aus dem „sozialistischen Völkergefängnis“ näher rücke.

Thomas Becker lebt als freier Autor in Bielefeld und schreibt u. a. für die Zeitschrift „Bahamas“

Donnerstag, 26.März 2009 – 19.30 Uhr
Kulturladen Nord (KUNO) Wurzelbauerstr. 29, Nürnberg
Eintritt: 5,– / 3,– €

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Keine Versöhnung mit Deutschland http://antifa1up.blogsport.de/2009/01/03/keine-versoehnung-mit-deutschland/ http://antifa1up.blogsport.de/2009/01/03/keine-versoehnung-mit-deutschland/#comments Sat, 03 Jan 2009 16:22:12 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2009/01/03/keine-versoehnung-mit-deutschland/ Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmärsche verhindern! Aufruf zu antifaschistischen Aktionen am 13. und 14. Februar 2009 in Dresden.

Dresden

Hätte es die Bombardierung Dresdens nicht gegeben – die Deutschen hätten sie erfunden. Der Bezug auf die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 ist heute, über sechzig Jahre danach, aus dem deutschen Selbstbewusstsein nicht mehr wegzudenken. Das in der sächsischen Landeshauptstadt alljährlich zelebrierte Gedenken an die Toten der Bombardierung ist dabei weit mehr als die Erinnerung an ein historisches Ereignis. In der Woche um den 13. Februar herum trifft sich die kollektive Trauer deutscher Bürger_innen um sogenannte „deutsche Opfer“ mit dem zur Zeit größten Nazi-Aufmarsch Europas. Beide vereint die Suche nach kollektiver Identität, die nach 1945 in Deutschland jedoch nicht mehr umstandslos zu haben ist. Die einzige vernünftige Konsequenz aus der deutschen Geschichte bleibt der bedingungs- und kompromisslose Bruch mit ihr. Wer ihn nicht vollziehen will, kommt um eine umfassende Revision und Verfälschung dieser Geschichte nicht herum – ganz gleich ob als subtile Akzentverschiebung oder als raubeinige Lüge. Nicht nur in Dresden mündet daher die Rekonstruktion deutscher Identität in die Verdrängung der geschichtlichen Wirklichkeit durch einen Mythos. Die untereinander konkurrierenden Strömungen des Dresdner Gedenkens schreiben die deutsche Ideologie fort und stellen sich damit in die Tradition der deutschen Täter_innen. Der notwendige Bruch mit der deutschen Vergangenheit dagegen impliziert die unnachgiebige Kritik des Dresdner Trauerspektakels in allen seinen Gestalten. Dies kann nur bedeuten, die geschichtsrevisionistischen Manifestationen der deutschen Ideologie an den beiden Tagen des 13. und 14. Februars 2009 mit der bitter nötigen Kritik zu konfrontieren. Eine Versöhnung mit Deutschland ist unmöglich.


Die Inszenierung des Mythos

Die alliierten Luftstreitkräfte flogen von Oktober 1944 bis April 1945 insgesamt acht Angriffe auf Dresden. Doch nur die Angriffe vom 13. und 14. Februar 1945 durch die Royal Air Force prägen das kollektive Gedächtnis bis heute. Der in diesem Zusammenhang entstandene Mythos um Dresden ist dabei weniger auf die Bombardierung als solche zurück zu führen, als vielmehr auf die Propaganda der Nazis. Die NS-Führung entschied sich für eine Kampagne zur Stärkung des Volkssturms im Inneren und für die Diskreditierung der Alliierten im neutralen Ausland. So wurde Dresden bald international zum Symbol für eine sinnlose Zerstörung von Kunst- und Kulturschätzen kurz vor Ende des Krieges, der angeblich hunderttausende Menschen zum Opfer fielen. Das kollektive Gedächtnis, die Koordinaten der heutigen Erinnerungskultur in der Stadt und die Auseinandersetzung um das Gedenken an den 13. Februar sind über sechzig Jahre hinweg davon bestimmt worden. Dass die Dresdner Bevölkerung ebenso zum Gelingen des mörderischen NS-Regimes beigetragen hatte und Dresden keine unschuldige Kunst- und Kulturstadt war, dass die Nazi-Propaganda die Totenzahlen verzehnfachte und die deutsche Bevölkerung sich im letzten Akt des Krieges im Volkssturm sammelte um Volksgemeinschaft und Vaterland zu verteidigen, wurde und wird in dieser Erzählung komplett außer Acht gelassen, ebenso z. B. dass Dresden die zweitgrößte Garnisonsstadt des Dritten Reiches und wichtiger Standort der Rüstungsproduktion war.

Im Zentrum der Mythenbildung um Dresden stand seit 1945 die Frage nach der Zahl der Toten. Angesichts dieses Jahrzehnte währenden Streits setzte die Stadt 2004 die „Historikerkommission“ ein, um die Totenzahl endgültig zu bestimmen. Nicht nur widerlegte die Kommission den beliebten Dresdner Mythos der Tieffliegerangriffe am Elbufer, sondern zeigte auch, dass die Zahl der Toten weit niedriger lag als offiziell verbreitet, nämlich bei höchstens 25 000. Aber nicht nur das. Es wurde aus Archivmaterial nachgewiesen, dass schon die Nazis sehr gut über diese Zahl informiert waren; verschiedene zeitnahe Abschätzungen der Totenzahlen wiesen bereits auf eine ähnliche Größenordnung hin. Die Einsetzung der Historikerkommission kann unter diesen Umständen durchaus als strategischer Coup gewertet werden, mit dem die Lüge über die Totenzahlen der letzten sechzig Jahre als bloße „Unwissenheit“ verschleiert wird. Nichtsdestotrotz zeigt sich die Konfrontation mit der historischen Realität für das Dresdner Gedenken als ein schwerer Schlag; denn nunmehr ist unbegründet, warum gerade Dresden diese Sonderstellung in der sogenannten deutschen Gedenkkultur besitzen soll. Die neue Rechtfertigung lautet nun, dass Dresden eine traditionsreiche und vielfältige „Erinnerungskultur“ besäße.

Gewandelter Geschichtsrevisionismus. Der „Kontext“ der Bombardierungen.

War das Gedenken an den 13. Februar in Dresden nach 1989 lange Zeit eine recht durchsichtige revisionistische und revanchistische Veranstaltung, so bezieht das aktuelle Gedenken sein Selbstbewusstsein perfiderweise gerade daraus, dass es behauptet, im eigenen Trauern den Nationalsozialismus abzulehnen und der deutschen Geschichte vollständig Rechnung zu tragen; eine Behauptung, die von den meisten Verteidiger_innen wie auch den Kritiker_innen des Gedenkens, gerade in der Linken, praktisch unbesehen übernommen wurde. Damit war für die bisherige Kritik in der Regel der Punkt erreicht, an dem sie kapitulierte; sei es als beschämter Friedensschluss mit der neuen (und damit auch der alten) deutschen Ideologie oder als Rückzug in die selbstgenügsame Wiederholung leerer Phrasen. Dafür gibt es jedoch keinen Anlass. Dem modernisierten 13. Februar-Gedenken gelingt es nur durch einen äußerst problematischen Umgang mit geschichtlicher Erfahrung, einerseits den deutschen Nationalsozialismus abzulehnen und zugleich der deutschen Täter_innen zu gedenken, die für ihn verantwortlich waren. Von der deutschen Geschichte bleibt dabei nur noch ein abstrakter Mythos übrig.

Die Ablehnung des deutschen Nationalsozialismus im gewandelten Dresden-Gedenken erfolgt nicht durch die Konfrontation des eigenen Tuns mit der geschichtlichen Erfahrung, sondern allein dadurch, dass zum Gedenkritual die deutsche Geschichte hinzuaddiert wird. In der beliebten, und von vielen Linken unkritisch übernommenen, Sprache des Gedenkens verkommt die Geschichte des deutschen Nationalsozialismus zur „Vorgeschichte“ oder zum „Hintergrund“ der Bombardierung deutscher Städte. Sie bildet den „Kontext“, der an jeder passenden und unpassenden Stelle mitgenannt wird. Die Hierarchie ist von vornherein festgelegt: im Zentrum stehen die „deutschen Opfer“ und obendrauf oder untendrunter, davor oder dahinter muss zwanghaft der „Kontext“ beschworen werden. Ganz folgerichtig trägt der 2005 veröffentlichte fundamentale Text des modernisierten Gedenkens den Titel „Rahmen für das Erinnern“.

Die einschneidende geschichtliche Erfahrung der deutschen Barbarei wird darauf reduziert, als „Kontext“ im Zuge des eigenen Gedenkens mit genannt oder „erinnert“ zu werden. Hierbei handelt es sich nicht allein um eine fragwürdige Prioritätensetzung, sondern um eine inhaltliche Verschiebung der Geschichte. Denn die geschichtliche Erfahrung des Nationalsozialismus lässt sich nicht bloß mit der Trauer um getötete Deutsche nicht vereinen, sie verbietet jeden solchen positiven Bezug auf die deutschen Täter_innen. Zur Legitimation des Gedenkens ist eine grundlegende Revision dieser Geschichte notwendig; damit um die getöteten Deutschen als abstrakte Individuen getrauert werden kann, muss ihre Verwicklung in die Geschichte des Nationalsozialismus geleugnet oder ausgeblendet werden. Die Reduktion von Geschichte auf einen „Kontext“ zeigt sich als ein Manöver, um von der individuellen Ebene komplett zu abstrahieren. Die als „Kontext“ so leicht daher erzählbare Geschichte des Nationalsozialismus ist nicht mehr als eine schlechte Sammlung von Schulbuchfakten, in der menschliche Individuen überhaupt nicht mehr vorkommen. Der eigentliche Gehalt der geschichtlichen Erfahrung wird damit vollständig abgewehrt.

Deutsche Schuld

Das jede Grenze übersteigende Ausmaß der nationalsozialistischen Barbarei lässt sich allein dadurch begreifen, dass diese Barbarei von den Individuen, den Deutschen, nicht nur mitgetragen wurde, sondern sie die Verwirklichung derselben als ihr ureigenstes Projekt betrachteten. Zwar wären die von den Deutschen begangenen Verbrechen ohne die Machtübernahme der NSDAP nicht denkbar gewesen; denn erst mit der Herstellung einer übergreifenden gesellschaftspolitischen Konstellation wurde die Mobilisierung und Koordinierung der antisemitischen Massen möglich. Doch die Verwirklichung von Judenmord, Volksgemeinschaft und „totalem Krieg“ war kein Geheimprojekt einer Clique von Parteinazis. Es war das öffentlich formulierte und unter allgemeiner Zustimmung und Beteiligung vorangetriebene Projekt einer ganzen Gesellschaft. Die Bereitschaft „ganz normaler Deutscher“ zur aktiven Beteiligung an Mord und Grausamkeit gegen Jüdinnen und Juden ist empirisch umfassend belegt; anders als durch ihre Mitwirkung wäre das deutsche Vernichtungsprojekt nicht in dem Ausmaß möglich gewesen.
Die Deutschen haben nach 1945 fast einstimmig behauptet, von nichts gewusst zu haben und an nichts beteiligt gewesen zu sein. Die Frage der individuellen Schuld lässt sich nicht abstrakt beantworten, jedes derartige Denken dient bloß der Schuldabwehr. Die Grenzen zwischen aktiven Mörder_innen und an Gewalttaten nicht unmittelbar beteiligten Deutschen dürfen nicht verwischt werden. Die Behauptung jedoch, dass man 1945 in Deutschland unwissend, unschuldig und unbeteiligt hätte leben können, lässt sich empirisch widerlegen.

Um das Unbegreifbare zu begreifen ist die unnachgiebige „Wendung aufs Subjekt“ (Adorno) notwendig; d. h., es muss der Frage nachgegangen werden, wie es dazu kommen kann, dass das einzelne menschliche Individuum zur Teilnahme an einem ideologisch motivierten Mordprojekt unfassbaren Ausmaßes fähig wird. Die nationalsozialistische Ideologie wie auch die mörderische Praxis der Gewalt gegen Andere fanden in der deutschen Bevölkerung praktisch keinen Widerspruch, weil sie mit der Konstitution der Individuen in der modernen Gesellschaft korrespondierten. Die wahrgenommene äußere Gesellschaftlichkeit stimmt nicht mit dem, was diese Gesellschaft selbst zu sein behauptet, überein. Doch das Resultat ist nicht die begriffliche Anstrengung und Reflexion, sondern die Ideologiebildung. Die Widersprüche der unbegriffenen kapitalistischen Vergesellschaftung werden von Individuen, die sich an die Anforderungen der Aufklärung nie gewagt haben, auf andere projiziert: die Juden sollen an allem schuld sein. Während man sich selbst als Opfer geriert, wird der Hass auf Jüdinnen und Juden zum integralen Bestandteil des falschen Bewusstseins.

Dass die, derer am 13. Februar gedacht wird, nachgewiesenermaßen Anhänger_innen eines „eliminatorischen Antisemitismus“ (Goldhagen) waren, kommt im handlichen „Kontext“ dieses Gedenkens selbstverständlich nicht vor. Schon die Erwähnung der ideologischen Motivation im Antisemitismus enthält den Verweis darauf, dass die Deutschen ihre Taten freiwillig und ohne äußeren Zwang begingen und stört das falsche Bedürfnis nach Trauer. Zur Rechtfertigung muss der Freispruch der Betrauerten erfolgen, und dies geschieht heute durch die Reduktion der Geschichte auf einen „Kontext“, in welchem die individuelle Beteiligung gar nicht mehr formulierbar ist; übrig bleibt Geschichte als leicht greifbarer Mythos, der so nie hätte Wirklichkeit sein können.

Geschichtliche Erfahrung konstruktiv ins eigene Handeln in der Gegenwart einzubringen, würde hier gerade bedeuten, die Identität derer, um die getrauert wird, zu beleuchten: wer sie waren und was sie taten. Dieses Wissen lässt nur eine Schlussfolgerung zu: jede Trauer um die zu „Opfern“ umgelogenen deutschen Täter_innen ist abzulehnen, da ein positiver Bezug auf sie nicht möglich ist. Die Trauer um getötete Deutsche, egal in welcher Form, wird unweigerlich zur politischen und geschichtsrevisionistischen Kundgebung.

Deutsche Identität

Es gibt keinen vernünftigen Grund, am 13. Februar um getötete Deutsche zu trauern. Das, was am 13. Februar alljährlich geschieht, ist keine unpolitische „Erinnerungsarbeit“, sondern ein kollektives Ritual. Gedenken kann und muss man dem mit der Bombardierung verbundenen Tod und Leid der wirklichen Opfer: der Zwangsarbeiter_innen, der Jüdinnen und Juden, aber auch der Kinder. Sie alle werden zwar oft für die Rechtfertigung des Gedenkspektakels missbraucht, aber um sie geht es im Gedenken überhaupt nicht. Die Gemeinsamkeit aller bunten und abstrusen Geschichtsverzerrungen zeigt sich darin, dass für den 13. Februar 1945 eine im Kern unschuldige und unbeteiligte, wenn nicht gar widerständische deutsche (und natürlich erwachsene) Zivilbevölkerung konstruiert wird, mit der die eigene Identifikation möglich ist. Zentral für diese Identifikation ist die Ausschaltung aller Reflexion und Bewusstseinsanstrengung; die organisierte Gedenk-Show bewegt sich vollständig auf der Ebene von unmittelbaren Affekten. Abstrakt betrachtet wird der „Kontext“, bestehend aus den deutschen Verbrechen; doch gerade wie sie in einer mythologischen Ausdrucksweise einfach benennbar sind, entziehen sie sich der realen Vorstellungskraft der Zuhörer_innen, werden entwirklicht. Der obligatorische Absatz zur „Vorgeschichte“ erfüllt in der pathetischen Gedenkrede die Aufgabe des notwendigen Spannungsbogens für den eigentlichen Höhepunkt, der sich auf der rein emotionalen Ebene bewegt: die falsche Identifikation mit der individuellen Erlebnis- und Leidensgeschichte. Hier erst kommen die vorher ausgeblendeten Deutschen als Individuen ins Spiel: als individuelle „Opfer“. Ihre dramatischen Zeitzeugnisse sind für den „gesunden Menschenverstand“ der Trauerbürger_innen, die genau eine solche emotionale Show erwarten, leicht greifbar. In der Ausschaltung jeder geschichtlichen Reflexion wird das Gedenken zur billigen Propaganda-Kundgebung. Wollte man der tatsächlichen Opfer gedenken, so müsste mit jedem positiven Bezug, jeder Identifikation mit den für den Nationalsozialismus verantwortlichen Deutschen gebrochen werden. Gegen das eigene falsche Bedürfnis nach Empathie angesichts der nicht zu leugnenden Leiden der Deutschen ist die aus dem Begriff des geschichtlichen Zusammenhangs entspringende Kälte des Verstandes notwendig; nur sie kann die ungebrochene Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bewahren. An keinem Punkt des Dresdner Gedenkspektakels und des zugehörigen Diskurses findet der Bruch mit dem falschen Bedürfnis nach Einfühlung und Identifikation statt. Jeder am 13. Februar verlesene dramatische Zeitzeug_innenbericht von „deutschen Opfern“ ist ein handfestes Stück Geschichtsrevisionismus.

Die Verkehrung der deutschen Täter_innen zu Opfern ist ein nicht wegzudenkendes Moment in der Herstellung nationaler Identität. Wie alle solchen Identitäten ideologische Gebilde sind, müssen sie sich als ewig und unveränderlich darstellen, was hier allein dadurch gelingt, dass selbst in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus ein positiver Anknüpfungspunkt ausgemacht wird, an dem sich das falsche Bewusstsein festhalten kann: die unschuldige deutsche „Zivilbevölkerung“ als eine Summe von individuellen „Opfern“, die nicht bloß das bessere, sondern schlechthin das gute Deutschland verkörpern soll. Für die eigene Identität wird dabei nicht nur die historische Kontinuität hergestellt, sondern aus der mythologisierten Geschichte des Nationalsozialismus soll gerade die Abhebung der eigenen Identität von den Anderen, die eigene Besonderheit also bezogen werden. Die untilgbare deutsche Schuld wird in einen positiven „Auftrag“ umgedeutet, in „die eigene Verantwortung für die Gestaltung einer menschenwürdigen, demokratischen und friedlichen Gesellschaft“ (Rahmen für das Erinnern). In der Identifikation mit dieser aus der eigenen Geschichte angeblich entspringenden „Verantwortung“ liegt aber keine Belastung, sondern ein greifbarer Vorteil für die Individuen, nämlich die selbst erteilte Bescheinigung, die Vergangenheit aufgearbeitet zu haben und selbst geläutert zu sein, mit dieser also in keiner Verbindung mehr zu stehen. Dementsprechend ungehalten reagiert man in Deutschland, wenn die Expert_innen in Sachen „Vergangenheitsbewältigung“ an deutsche Schuld erinnert oder mit den Forderungen von Zwangsarbeiter_innen nach Entschädigung konfrontiert werden. Die Verkehrung von Geschichte in Verantwortung ist lediglich eine weitere Variante des angeblich berechtigten Schlussstriches unter die deutsche Vergangenheit. Derartige Reden sind nicht neu, sie datieren in wandelnden Formen bis in die Jahre nach 1945 zurück, kommen aber ohne die Betonung des angeblich „Neuen“ gar nicht aus, gleichwohl sie nicht sagen können, worin dieses eigentlich liegt. Die nicht enden wollende Flut an leeren Phrasen und Beweisen der eigenen „Läuterung“ und angeblichen „Versöhnung“ verweist darauf, dass diese keinerlei realen Kern besitzen, eben wie die angestrebte Auslöschung des Geschehenen unmöglich ist. Die eigene falsche Identität kann überhaupt nicht verwirklicht werden, und ist gerade deshalb ein Ritual, welches unendlich wiederholt werden muss und nie zur Ruhe kommen kann. Es ist die Suche nach nationaler Identität, die am 13. Februar tausende deutsche Bürger_innen in Dresden zum geschichtsrevisionistischen Gedenken an „deutsche Opfer“ auf die Straße treibt.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Wie in den vergangenen Jahren wird es auch am Freitag, den 13. Februar 2009 in Dresden verschiedene „bürgerliche“ öffentliche Trauerveranstaltungen geben. Für den Abend des 13. Februars ruft das Nazi-Bündnis „Gegen das Vergessen“ zu einem Fackelumzug auf, zu dem über 1000 Nazis aus dem Spektrum der „Freien Kräfte“ zu erwarten sind. Am 14. Februar 2009 ist ein europaweiter Trauermarsch für die „deutschen Opfer“ der Bombardierung geplant. Im vergangenen Jahr war dieser „Trauermarsch“ mit über 5000 Teilnehmer_innen der größte Naziaufmarsch Europas.

Auch wenn man nach wie vor am gleichen Tag um die gleichen Opfer trauert: zum modernisierten Dresdner Gedenken gehört auch die Abgrenzung von den Nazis. Die Auseinandersetzung mit ihnen findet aber nicht als kritische Reflexion des eigenen Tuns am 13. Februar statt, sondern kommt im Gegenteil als verlogene Abwehr einer den „Rechtsextremisten“ vorgeworfenen „Vereinnahmung“ des Gedenkens daher. Durch diese „Vereinnahmung“, das Polizeiaufgebot und natürlich die linken Gegendemonstrant_innen sehen sich die Dresdner_innen um die Freude am Trauern gebracht.

Die Auseinandersetzung mit dem historischen deutschen Nationalsozialismus und den aktuellen Nazis scheitert, wenn diese verklärt werden. Die Ideologie der Nazis steht nicht nur in Kontinuität mit den Ressentiments praktisch aller Schichten der deutschen Gesellschaft, sondern auch ihre demokratisch-zivilgesellschaftlichen Gegner_innen im Geh-Denken-Bündnis – von der am rechten Rand fischenden CDU ganz zu schweigen – benutzen explizit Versatzstücke derselben. Wenn zu den Unterstützer_innen des „Aufrufs aus Dresden“ ein Franz Müntefering zählt, der die antisemitische Heuschrecken-Metapher im deutschen Sprachraum wieder etablierte und auf der Website ein Peter Sodann mit dem Statement „der Bombenangriff auf Dresden war das Ergebnis einer langen Herrschaft von Menschen, die es nicht wert waren, das deutsche Volk zu regieren“ zitiert wird, ist die Auseinandersetzung mit den Nazis bereits verloren. Die Sammlung unter den Fahnen von Meinungsfreiheit und Demokratie wird zur Lüge, wenn sie nur dazu dient, die geläuterte eigene Nationalidentität gegen die Bedrohung von „rechts“ zu festigen. Die Rede von der notwendigen Verteidigung der Demokratie gegen die mit Diktatur identifizierten Nazis hat zwar noch immer die größten Mobilisierungserfolge im bürgerlichen Lager, doch sie verzerrt ihren Gegenstand; als ob der NS kein „Volksstaat“ (Götz Aly) gewesen wäre und die NPD in der Lage wäre, eine faschistische Diktatur zu installieren. Nein, der Nationalsozialismus lebt fort nicht nur gegen die Demokratie, sondern ebenso in derselben, als akzeptierte Meinungsäußerung. Wenn die fortlebenden und neu produzierten Ideologien und die falschen Identitäten in den Köpfen der Menschen nicht reflektiert und konfrontiert werden, nimmt die Auseinandersetzung mit „rechts“ selbst ideologische Züge an.

Naziaufmärsche verhindern, Trauerritual stören!

Die Großaufmärsche der Nazis am 13. und 14. Februar 2009 und die geschichtsrevisionistische deutsche Trauershow am 13. Februar haben festen Anteil am Fortbestehen derselben deutschen Ideologie, die für den Nationalsozialismus verantwortlich war. Sie wird an diesen beiden Tagen öffentlich reproduziert und in den Köpfen der Menschen verfestigt. Diese deutsche Ideologie birgt in sich Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und den Hass auf „die Anderen“. Sie verwirklicht sich in Brandanschlägen, in Gewalt und Mord durch Nazis und durch „ganz normale Deutsche“ sowie im kollektiven oder individuellen Wegsehen und der Toleranz demgegenüber; in Hakenkreuzschmierereien an Synagogen, in rassistischen Gesetzgebungen und in Polizeiübergriffen. Sie ist eine Bedrohung für andere Menschen und uns selbst.

Es ist daher unser erklärtes Ziel, die Nazi-Aufmärsche am 13. und 14. Februar 2009 zu verhindern sowie das geschichtsrevisionistische Trauerspektakel am 13. Februar zu stören und durch kreative Aktionen mit unserer Kritik zu konfrontieren.
2006 gelang es erstmals, durch eine Blockade der Dresdner Augustusbrücke den Nazi-Großaufmarsch zur Umkehr zu zwingen. Im Jahr darauf musste er aufgrund antifaschistischer Blockaden eine verkürzte Route wählen. Am 16. Februar 2008 versuchte die Stadt Dresden, antifaschistischen Protest in der Innenstadt durch ein Verbot der angemeldeten Demonstration zu verhindern und die Nazis ungestört marschieren zu lassen. Trotzdem gelang es den 1200 anwesenden Antifaschist_innen, von einer Kundgebung ausgehend eine Spontandemonstration durchzusetzen, und die ursprüngliche Naziroute zu blockieren. Dadurch konnte verhindert werden, dass die Nazis an der Dresdner Synagoge vorbeimarschierten. Nichtsdestotrotz konnten sie nach dieser Routenänderung ihren Aufmarsch unter Polizeischutz weitestgehend ungestört zu Ende führen.

In diesem Jahr wollen wir mehr. Wir rufen deshalb alle Menschen auf, an diesen beiden Tagen nach Dresden zu kommen und uns zu unterstützen!

Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmärsche verhindern. Geschichtsrevisionismus angreifen. Keine Versöhnung mit Deutschland.

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3. Januar – Gegen den Naziaufmarsch in Passau http://antifa1up.blogsport.de/2008/12/28/3-januar-gegen-den-naziaufmarsch-in-passau/ http://antifa1up.blogsport.de/2008/12/28/3-januar-gegen-den-naziaufmarsch-in-passau/#comments Sun, 28 Dec 2008 18:40:31 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2008/12/28/3-januar-gegen-den-naziaufmarsch-in-passau/ Am 3. Januar 2009 wollen Nazis in Passau „gegen polizeiliche Willkür und Medienhetze“ aufmarschieren. Bekannte Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet sind als Redner angekündigt. Klar ist schon jetzt: den Nazis und ihrer menschenverachtenden Propaganda darf in Passau kein Platz gewährt werden! Gehen wir gemeinsam gegen den Aufmarsch vor! Auch für den 3. Januar gilt: kein Fußbreit den Faschist_innen!
Bereits am 27.07.08 marschierten Nazis durch die Passauer Fußgängerzone. Anlass war damals das Begräbnis des Altnazis und SS-Mitglieds Friedhelm Busse am Vormittag auf einem Friedhof fünf Kilometer von Passau. Nach der Beerdigung griff etwa die Hälfte der ca. 80 anwesenden Neonazis einen Journalisten an, der die Vorgänge auf dem Friedhof dokumentierte. Der Journalist wurde dabei schwer verletzt, einige der Angreifer wurden von der anwesenden Polizei festgenommen. Dies veranlasste die übrigen Neonazis, eine Spontandemonstration „gegen Polizeiwillkür“ durch die Passauer Innenstadt durchzuführen. Seitens der Teilnehmer_innen kam es dabei abermals zu gewaltsamen Ausschreitungen, ein Antifaschist wurde von dem Münchner Neonazi Manuel Heine mit einer Fahnenstange geschlagen, weitere zwei Rechtsextreme griffen eine Migrantin an. Trotzdem konnte die Demonstration, von polizeilichem Vorgehen gegen die Ausschreitungen weitgehend verschont, zu Ende geführt werden. Ein Klima der Angst herrschte an dem folgenden Abend auf Passaus Straßen, Menschen die dem Feindbild der Neonazis entsprechen, konnten sich nicht in die Stadt wagen ohne Angriffe fürchten zu müssen.

Bereits wenige Monate später wird der Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl vor seiner Haustür in Fürstenzell (Lkr. Passau) niedergestochen. Der Stich verfehlt nur knapp sein Herz, der Täter bestellt „Viele Grüße vom nationalen Widerstand“. Der Tat vorausgegangen war monatelange Hetze der NPD-Passau auf ihrer Hompage gegen Mannichl, welcher angeblich des Öfteren repressiv gegen die Passauer Nazis vorgegangen sei. Doch Polizisten sind nicht die einzigen Feindbilder der Nazis, gegen die sich ihre Propaganda richtet. Antisemitismus, Rassismus und Homophobie sind elementare Bestandteile ihres völkischen Weltbildes, welches die Grundlage für rechtsextrem motivierte Übergriffe bildet.

Nun rufen „Freie Kräfte und NPD“ zu einem erneuten Naziaufmarsch in Passau auf. Maßgeblich an der Organisation beteiligt ist der Hamburger Neonazi und Holocaustleugner Christian Worch, der bereits seit 1977 als Neonazi bekannt ist. Er war führender Kopf der militanten „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS), welche bereits 1983 verboten wurde. Für die Demonstration in Passau hat er auch seinen Kameraden Axel Reitz aus Köln als Redner organisiert. Dieser ist mehrfach vorbestraft und als Neonazi-Aktivist einschlägig bekannt. Reitz sollte eigentlich noch bis April 2009 wegen volksverhetzender Äußerungen in Haft sitzen, wurde jedoch bereits ein Jahr früher aufgrund von „guter Führung“ entlassen. Seinen politischen Gegner_innen stellt er laut dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 24.09.05 in Aussicht, sie „werden eines Tages auf den Marktplatz gestellt und erschossen“. Doch wo es um neonazistische Propaganda und schlechte Hetzreden geht, ist auch die NPD nicht weit. So treten auch deren Funktionäre Ralf Ollert, Axel Michaelis und Roland Wuttke als Redner auf. Weitere Redner sind Philipp Hasselbach und der bereits bei der letzten Nazidemonstration in Passau aufgefallene Manuel Heine von den „Freien Nationalisten München“ (FNM). Heine wurde zusammen mit seiner Frau Sabrina bereits im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Passauer Polizeidirektor festgenommen, wurde jedoch am 23.12.08 wieder freigelassen.

Mit ihrer Demonstration wollen die Nazis Kamerad_innen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Österreich mobilisieren. Der Aufmarsch soll um 13 Uhr vor der Passauer Polizeiinspektion in der Nibelungenstraße beginnen. Macht Euch keine Illusionen: wenn diese Nazidemonstration erfolgreich ist, haben wir die braune Brut bald im Monatstakt in der Stadt. Passau würde tatsächlich zu einer braunen Hochburg werden, in der sich alle, die dem Feindbild der Neonazis entsprechen, kaum mehr auf die Straße wagen können.

Wir werden deshalb nicht zulassen, dass die Nazis ungehindert durch Passaus Straßen marschieren und ihre Propaganda verbreiten können!

Lasst uns gemeinsam gegen den Aufmarsch vorgehen!

Beteiligt euch an den Aktionen gegen den Naziaufmarsch!

Kein Platz für Nazis – in Passau und anderswo!

Weitere Infos: Antifa Passau

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Internationale Jahreskonferenz http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/24/internationale-jahreskonferenz/ http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/24/internationale-jahreskonferenz/#comments Fri, 24 Oct 2008 10:09:07 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/24/internationale-jahreskonferenz/ „Verstellte Wahrnehmung. Der Holocaust im politischen Gedächtnis der Linken“

Die diesjährige Jahreskonferenz stellt die Frage, ob und aus welchem Grund die Vernichtung des europäischen Judentums als Zentralereignis des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges in der Zeit danach nicht so wahrgenommen worden war, wie es dem Ereignis angemessen gewesen wäre, und wie dies später im Kontext der Erinnerung an den Holocaust auch eingetreten ist. Vor allem will die Konferenz dreierlei Umstände berücksichtigen: erstens die weltpolitische Konstellation des Kalten Krieges und die Furcht vor einem nuklearen Homozid, zweitens die anbrandende Dekolonisierung und die damit verbundenen Kolonialgräuel und drittens, als überaus zentrales Anliegen, den Umstand, dass die linken, sozialistischen und teleologischen Geschichtsdeutungen zu einer verstellten Wahrnehmung auf den Holocaust beigetragen haben. Die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung wird deshalb ins Zentrum des epistemologischen Interesses gerückt, weil sie selbst Opfer des Nationalsozialismus war und sich mit seiner Niederwerfung in ihrem Weltbild, in dem sie als Sieger der Geschichte vorkam, bestätigt fühlte. Insofern scheint hier eine besonders komplexe Form der Chiffrierung und Verschiebung vorzuliegen. Ein weiteres Anliegen der Konferenz ist es, die unterschiedlichen Erfahrungs- und Gedächtnisschichten zu diskutieren, die zur Erklärung der Nicht-Wahrnehmung heranzuziehen sind, und zu erörtern, ob und inwiefern die Exilerfahrung ihren Niederschlag in der Theoriebildung fand. Ein geographischer Schwerpunkt wird auf den Nachfolgestaaten des nationalsozialistischen Deutschland liegen. Zu berücksichtigen ist jedoch auch der westeuropäische Kontext mit seinen spezifischen Nachkriegsmythen, wobei Frankreich, das zugleich Kontinental- wie Kolonialmacht war, von besonderem Interesse ist. Am Beispiel des Algerienkriegs sollen die gegenläufigen Gedächtnisse und die Kollision divergenter Geschichtserfahrungen diskutiert werden, ebenso wie die Frage aufgeworfen werden soll, inwieweit die Bezugnahme der Linken auf den antikolonialen Befreiungskampf auch dem Bedürfnis einer projektiven Entlastung der eigenen Geschichte entspringt.

Die Situation in den realsozialistischen Ländern Osteuropas wird ebenfalls in der Konferenz behandelt. Hierbei ist darüber zu diskutieren, inwieweit Theorien wie der Marxismus-Leninismus und die kommunistische Faschismusanalyse ein Mittel der Verdrängung und somit ein Hindernis der Beschäftigung mit dem Holocaust darstellten. Obwohl dieser in der Nachkriegszeit nirgends angemessen thematisiert wurde, war er dennoch latent präsent und kam immer wieder eruptiv an die Oberfläche, was vor allem an Ereigniskonstellationen manifest wurde, die von Seiten der Linken affektiv besetzt waren.

Datum: 29. – 30. Oktober 2008
Ort: Simon-Dubnow-Institut, Leipzig

weitere Informationen sowie Programm: Simon-Dubnow-Institut

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Nazigedenken demontieren! http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/21/nazigedenken-demontieren/ http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/21/nazigedenken-demontieren/#comments Tue, 21 Oct 2008 18:30:55 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/21/nazigedenken-demontieren/ Gegen Volk, Nation und Militär!

Kein Naziaufmarsch am 15.11. In München!

demontage

Am 15.11.2008 wollen Nazis in München einen Aufmarsch anlässlich des Volkstrauertages durchführen. Zu dieser Veranstaltung rufen Nazis aus dem Spektrum der Freien Nationalisten München und der NPD auf. Bei diesem so genannten Heldengedenken geht es darum, Wehrmacht -und SS-Soldaten als Helden zu verklären und damit den Nationalsozialismus offen zu verherrlichen. Verhindern wir gemeinsam die Verherrlichung des Nationalsozialismus!

weitere Infos: http://demontage.blogsport.de/

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Dalaimann, geh du voran! http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/dalaimann-geh-du-voran/ http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/dalaimann-geh-du-voran/#comments Sun, 12 Oct 2008 07:49:12 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/dalaimann-geh-du-voran/ Tibet als Provinz westlicher Sinnsuche
Vortrag von Horst Pankow

Sport ist Mord lautete einer der wenigen Slogans aus der versunkenen Welt der alten „Neuen Linken“, die auch nach den postmortalen Desillusionierungsexzessen von Veteranen und Spätberufenen noch eine gewisse Geltung beanspruchen dürfen. Freilich stellt sich in der Rückschau die Bedrohlichkeit öffentlich inszenierter Leibesübungen vor allem als Gefahr an Langeweile zumindest mental zugrunde zugehen dar. Dass Angehörige der „eigenen Nation“ schneller laufen, höher springen und allerlei Kindereien besser beherrschen als „die anderen“ – was nützt das angesichts schwindender Hoffnung im Ozean kapitalistischer Konkurrenz die Strohhalme vermeintlicher Rettung vor den anderen zu erreichen oder der Aussicht mit Strohhalm und anderen gemeinsam unterzugehen. Spannend war die Olympiade in München 1972, als palästinensische Antisemiten die deutsche Idee einer eschatologischen Endlösung ins Urheberland qua praktizierten Judenmordes zurück brachten und im finalen Schießwettbewerb mit bayerischen Polizeikräften erhebliche Trefferquoten erzielten. Die Palästinenser der diesjährige Olympiade in China sollten aus China kommen – aus Tibet, dem „Dach der Welt“. Hatte doch im März eine tibetische Hamas-Bewegung den „Volksaufstand“ gewagt und konsequenterweise „Fremdstämmige“ durch Brandschatzung massakriert. Angesichts dieser Erwartungen geriet die Olympiade angesichts mangelnder tibetisch-nationaler Manifestationen zur Enttäuschung. Die von westlichen Medien unisono als „spiritueller Führer der Tibeter“ bezeichnete Person, der „XIV. Dalai Lama“ hatte sich nicht nur von den mörderischen tibetischen Märzereignissen ausdrücklich distanziert, während der Olympiade besuchte sie demonstrativ das „laizistische“ Frankreich, das kurz darauf den katholischen Papst eine Art „privilegierter Partnerschaft“ anbieten sollte. Überhaupt unterbietet der Dalai Lama in seinen öffentlich und darüber hinaus publizierten Äußerungen die verbalen Sensationen der Sinnsucher eines neuen „antitotalitären“ Zusammenhangs. Angesichts des westlichen Gegeifers gegen „Maos Horden“ und „bolschewistische Kulturvernichtung“ lesen sich seine Schriften verhältnismäßig moderat und gleichermaßen langweilig. Er hat zwei Optionen: Ein „autonomes Tibet“ innerhalb des bestehenden Chinas, inklusive der Transferzahlungen seitens der Pekinger Zentrale, oder ein „selbständiges“ unter westlicher Ägide, vor allem finanziert durch den Hauptexportartikel „Spiritualität“. Seine westlichen Anhänger – hat er überhaupt andere? – sehen in ihm eine Lichtgestalt, einen modernen Propheten. Dabei zehren sie vor allem von eigenen „spirituellen“ Leistungen, denn in den Schriften „Seiner Heiligkeit“ (offizielle Anrede nicht nur unter ausgemachten Jüngern) ist von Originalität wenig zu verspüren. Die aus diesen Schriften sprechende allgemeine Diffusität mag ein Schlüssel zum Verständnis der Attraktivität dieses „Heiligen“ sowohl bei Pazifisten wie bei Anhängern der Folter (Roland Koch u. ä.) zu sein. Immerhin ergab eine Umfrage im vergangenen Jahr, dass der Tibeter bei den Deutschen beliebter ist als der deutsche Pabst in Rom. 44% der Befragten bezeichneten den Lama als „Vorbild“, Herr Ratzinger brachte es nur aus 42%. Vor allem solche Projektionen und ihre Funktion(en) für westliche Sinnsucher sollen in der Veranstaltung thematisiert werden.

Horst Pankow lebt in Berlin und veröffentlicht Einwände gegen den Irrationalismus dieser Zeit u.a. in Konkret, Bahamas und Prodomo.

Dienstag, 4. November 2008, 19.30 Uhr
Kulturladen Nord (KuNo)
Wurzelbauerstr.29 Nürnberg
Eintritt 5€ Ermäßigt 3€

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good night – white pride – Konzert http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/good-night-white-pride-konzert/ http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/good-night-white-pride-konzert/#comments Sun, 12 Oct 2008 07:35:56 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/good-night-white-pride-konzert/ Solikonzert für die antifaschistische Arbeit der Infogruppe Rosenheim

Amen 81 (Nürnberg)
swally or spit (Rosenheim)
Militant Mind (Waldkraiburg)

Datum: 29. November – 20:00
Ort: Vetternwirtschaft – Oberaustraße 2 – 83026 Rosenheim
Infos: http://www.goodnight-whitepride.de.tf/

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Kathrein und Döser – Profiteure der Nazis? http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/kathrein-und-doeser-profiteure-der-nazis/ http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/kathrein-und-doeser-profiteure-der-nazis/#comments Sun, 12 Oct 2008 07:17:43 +0000 Administrator Termine http://antifa1up.blogsport.de/2008/10/12/kathrein-und-doeser-profiteure-der-nazis/ Vortrag mit Professor Dr. Klaus Weber

Professor Dr. Klaus Weber, Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Kolbermoor e.V. und Verfasser einer Chronik seiner Heimatstadt Kolbermoor, wird an Originaldokumenten zeigen, wie Kathrein und Döser sowohl während der NS-Zeit als auch danach auf der Gewinnerseite standen. Allerdings werden die Geschichten der „Verlierer“ nicht vergessen. Der Hintergrund ist folgender: Der Rosenheimer Antennenhersteller Kathrein ließ mehr als 50 ZwangsarbeiterInnen ohne Lohn für die Erhöhung des eigenen Profits arbeiten. Als die deutsche Wirtschaft im Jahr 2000 eine Stiftungsinitiative gründete, um die Zwangsarbeiter zu entschädigen, beteiligte sich die Kathrein AG nicht daran. Der Sohn des damaligen SA- und NSDAP-Mitglieds Anton Kathrein (*1888), der die Nazis im Rosenheimer Stadtrat vertrat und seinen Betrieb zum „nationalsozialistischen Musterbetrieb“ machte, weigert sich bis heute, die Verstrickungen in das NS-Regime zuzugeben und Entschädigungsleistungen zu bezahlen. Bis heute hat das ortansässige Oberbayerische Volksblatt eine „Nachrichtensperre“ verhängt, was die Berichterstattung über Kathrein und die NS-Zeit betrifft. Der Großvater des heutigen Verlegers Oliver Döser, Alfons Döser (*1904), hat die Übernahme des OVB aus dem katholischen Zeitungsblock im Jahre 1934 zuletzt in einem Interview mit Dieter Kronzucker geleugnet und behauptet, er habe sich erst nach 1945 ins Geschäft eingemischt. Wie Döser (NSDAP-Mitglied Nr. 4007128) die Zwangslage des damaligen Herausgebers Heinrich Bergmann – der im KZ Dachau saß – ausnutzte, um sich die Zeitung unter den Nagel zu reißen, ist bis heute unerzählt geblieben.

Der Vortrag wird organisiert von der jungen GEW, sowie der Infogruppe Rosenheim
Datum: 29. Oktober – 19:30
Mehr Infos: http://kathreindoeser.blogsport.de
www.infogrupperosenheim.tk

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