Naziaufmarsch verhindern!

1. Mai – Weiden in der Oberpfalz

Unter dem Motto „Kapitalismus zerschlagen“ mobilisiert das so genannte „Freie Netz Süd“ für eine Demonstration in Weiden am 1. Mai 2009. Zum „Freien Netz Süd“ schlossen sich Ende 08 | Anfang 09 Neonazis aus Franken, der Oberpfalz und Oberbayern zusammen nachdem ihr Versuch, die NPD auf einen radikaleren Kurs zu lenken und den bemüht bürgernahen bayerischen NPD-Landesvorsitzenden Ralf Ollert zu stürzen, gescheitert war. Unter dem Label „Freies Netz Süd“ wird nach dem Vorbild des „Freien Netzes“ in Sachsen und Thüringen, eine Internetseite betrieben, auf der sich mehrere rechtsradikale Gruppen aus verschiedenen Regionen präsentieren.

Mit dem Projekt der Organisierung als parteifreie „Nationale Sozialisten“ kehren vor allem Matthias Fischer, Norman Kempken und Lutz Passon in die Kameradschaftsszene zurück, aus der sie einst kamen. Alle drei Aktivisten galten als führende Köpfe des im Jahr 2004 verbotenen Kameradschaftsdachverbands „Fränkische Aktionsfront“. Die neue Struktur könnte insofern durchaus als „Nachfolgeorganisation“ gesehen werden. Bisher machte es vor allem durch die Abschlussdemonstration mit über 150 TeilnehmerInnen der völkisch antikapitalistischen Kampagne „Bankräuber stoppen“ am 07.02.09 in Weiden auf sich aufmerksam.

Am 1. Mai verherrlichen alte und neue Nazis das deutsche Arbeitsethos. Die Vorstellung einer ehrlichen, „schaffenden“ deutschen Arbeit im Gegensatz zu einer vornehmlich als jüdisch gedachten, „raffenden Nichtarbeit“ ist ein wirkungsmächtiges Medium des Antisemitismus und spielte im Nationalsozialismus eine große Rolle als zentraler Bezugspunkt der deutschen Volksgemeinschaft. Im völkischen Antikapitalismus der selbsternannten „Nationalen Sozialisten“ des „Freien Netzes Süd“ nimmt dieses Ideologem nach wie vor einen großen Platz ein und bietet Anknüpfungspunkte an die falsche Kapitalismuskritik von Bürgern wie Globalisierungsgegnern, die ihre „soziale Marktwirtschaft“ vom „Heuschreckenkapitalismus“ und ihre Kollektividentität vom „wurzellosen“ Judentum bedroht sehen.

Solch eine vereinfachende und offen bzw. strukturell antisemitische Auffassung der Verhältnisse lehnen wir ab! Arbeit ist kein Selbstzweck, sondern wenn überhaupt notwendiges Übel!

Kommt am 1. Mai 2009 nach Weiden und stellt Euch dem „Freien Netz Süd“ in den Weg!