Kathrein und Döser – Profiteure der Nazis?

Vortrag mit Professor Dr. Klaus Weber

Professor Dr. Klaus Weber, Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Kolbermoor e.V. und Verfasser einer Chronik seiner Heimatstadt Kolbermoor, wird an Originaldokumenten zeigen, wie Kathrein und Döser sowohl während der NS-Zeit als auch danach auf der Gewinnerseite standen. Allerdings werden die Geschichten der „Verlierer“ nicht vergessen. Der Hintergrund ist folgender: Der Rosenheimer Antennenhersteller Kathrein ließ mehr als 50 ZwangsarbeiterInnen ohne Lohn für die Erhöhung des eigenen Profits arbeiten. Als die deutsche Wirtschaft im Jahr 2000 eine Stiftungsinitiative gründete, um die Zwangsarbeiter zu entschädigen, beteiligte sich die Kathrein AG nicht daran. Der Sohn des damaligen SA- und NSDAP-Mitglieds Anton Kathrein (*1888), der die Nazis im Rosenheimer Stadtrat vertrat und seinen Betrieb zum „nationalsozialistischen Musterbetrieb“ machte, weigert sich bis heute, die Verstrickungen in das NS-Regime zuzugeben und Entschädigungsleistungen zu bezahlen. Bis heute hat das ortansässige Oberbayerische Volksblatt eine „Nachrichtensperre“ verhängt, was die Berichterstattung über Kathrein und die NS-Zeit betrifft. Der Großvater des heutigen Verlegers Oliver Döser, Alfons Döser (*1904), hat die Übernahme des OVB aus dem katholischen Zeitungsblock im Jahre 1934 zuletzt in einem Interview mit Dieter Kronzucker geleugnet und behauptet, er habe sich erst nach 1945 ins Geschäft eingemischt. Wie Döser (NSDAP-Mitglied Nr. 4007128) die Zwangslage des damaligen Herausgebers Heinrich Bergmann – der im KZ Dachau saß – ausnutzte, um sich die Zeitung unter den Nagel zu reißen, ist bis heute unerzählt geblieben.

Der Vortrag wird organisiert von der jungen GEW, sowie der Infogruppe Rosenheim
Datum: 29. Oktober – 19:30
Mehr Infos: http://kathreindoeser.blogsport.de
www.infogrupperosenheim.tk