Vom Partisanen zum Selbstmordattentäter

Zur Geschichte das irregulären Kämpfers

Vortrag und Diskussion mit Niklaas Machunsky

Während die ersten modernen Terroristen in Russland in ihrem Kampf gegen den Zaren alles bis hin zum Selbstopfer unternahmen, um unschuldige Opfer zu vermeiden, ist das Opfer des Selbst im Kampf gegen die Unschuldigen, die es nicht mehr geben soll, zur wirksamsten Waffe im Arsenal der islamischen Terroristen geworden. Was sich heute im suicide bombing Bahn bricht, war schon in den Befreiungskriegen gegen Napoleon angelegt. Darin hat die antiimperialistische Ideologie, der jede irreguläre Gewalt gegen das Imperium als Akt der Befreiung erscheint, recht behalten: die Leidenschaft für den Aufstand war bis heute nur im Namen der Nation oder Gottes erfolgreich. Soll sie jedoch nicht nur zur Legitimation des Bestehenden dienen, ist es nötig die Geschichte gegen den Strich zu lesen. Nur wenn man begreift, dass Geschichte immer auch hätte anders verlaufen können, ist auch die Hoffnung begründet, die Gegenwart könne auf eine andere Zukunft zulaufen, als es die objektive Tendenz befürchten lässt.

Donnerstag, 20. August 2009, 20:00Uhr
Jugendclub Bureau
Hafnersgraben 9, Sulzbach-Rosenberg

Naziaufmarsch verhindern!

1. Mai – Weiden in der Oberpfalz

Unter dem Motto „Kapitalismus zerschlagen“ mobilisiert das so genannte „Freie Netz Süd“ für eine Demonstration in Weiden am 1. Mai 2009. Zum „Freien Netz Süd“ schlossen sich Ende 08 | Anfang 09 Neonazis aus Franken, der Oberpfalz und Oberbayern zusammen nachdem ihr Versuch, die NPD auf einen radikaleren Kurs zu lenken und den bemüht bürgernahen bayerischen NPD-Landesvorsitzenden Ralf Ollert zu stürzen, gescheitert war. Unter dem Label „Freies Netz Süd“ wird nach dem Vorbild des „Freien Netzes“ in Sachsen und Thüringen, eine Internetseite betrieben, auf der sich mehrere rechtsradikale Gruppen aus verschiedenen Regionen präsentieren. (mehr…)

Die Inszenierung eines Interventionsanlasses

Über die Völkerschlacht im früheren Jugoslawien und die deutsche Regie auf dem Kriegsschauplatz

Vortrag von Thomas Becker

Als am 24. März 1999 Piloten der Bundeswehr an der Seite eines Nato-Geschwaders über Belgrad erschienen, welches ihre ersten Bombenladungen auf die Stadt warf und damit eine Luftschlacht einleiteten, die 78 Tage andauern sollte, bis sie Serbien schließlich zur Kapitulation zwang, hatte die UCK den Krieg schon gewonnen. Die sogenannte Befreiungsarmee der Kosovo-Albaner hatte, wie die kroatischen und muslimischen Volkskrieger vor ihr, den Aufstand gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, nur gewagt, weil sie die berechtigte Hoffnung hegte, dass ihr die überlegene Militärmacht des Westens zur Hilfe eilen würde, sobald der Krieg einmal in Gang gekommen war. Die Strategie hatte sich in Bosnien bewährt. (mehr…)

Keine Versöhnung mit Deutschland

Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmärsche verhindern! Aufruf zu antifaschistischen Aktionen am 13. und 14. Februar 2009 in Dresden.

Dresden

Hätte es die Bombardierung Dresdens nicht gegeben – die Deutschen hätten sie erfunden. Der Bezug auf die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 ist heute, über sechzig Jahre danach, aus dem deutschen Selbstbewusstsein nicht mehr wegzudenken. Das in der sächsischen Landeshauptstadt alljährlich zelebrierte Gedenken an die Toten der Bombardierung ist dabei weit mehr als die Erinnerung an ein historisches Ereignis. In der Woche um den 13. Februar herum trifft sich die kollektive Trauer deutscher Bürger_innen um sogenannte „deutsche Opfer“ mit dem zur Zeit größten Nazi-Aufmarsch Europas. Beide vereint die Suche nach kollektiver Identität, die nach 1945 in Deutschland jedoch nicht mehr umstandslos zu haben ist. Die einzige vernünftige Konsequenz aus der deutschen Geschichte bleibt der bedingungs- und kompromisslose Bruch mit ihr. Wer ihn nicht vollziehen will, kommt um eine umfassende Revision und Verfälschung dieser Geschichte nicht herum – ganz gleich ob als subtile Akzentverschiebung oder als raubeinige Lüge. Nicht nur in Dresden mündet daher die Rekonstruktion deutscher Identität in die Verdrängung der geschichtlichen Wirklichkeit durch einen Mythos. Die untereinander konkurrierenden Strömungen des Dresdner Gedenkens schreiben die deutsche Ideologie fort und stellen sich damit in die Tradition der deutschen Täter_innen. Der notwendige Bruch mit der deutschen Vergangenheit dagegen impliziert die unnachgiebige Kritik des Dresdner Trauerspektakels in allen seinen Gestalten. Dies kann nur bedeuten, die geschichtsrevisionistischen Manifestationen der deutschen Ideologie an den beiden Tagen des 13. und 14. Februars 2009 mit der bitter nötigen Kritik zu konfrontieren. Eine Versöhnung mit Deutschland ist unmöglich. (mehr…)

3. Januar – Gegen den Naziaufmarsch in Passau

Am 3. Januar 2009 wollen Nazis in Passau „gegen polizeiliche Willkür und Medienhetze“ aufmarschieren. Bekannte Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet sind als Redner angekündigt. Klar ist schon jetzt: den Nazis und ihrer menschenverachtenden Propaganda darf in Passau kein Platz gewährt werden! Gehen wir gemeinsam gegen den Aufmarsch vor! Auch für den 3. Januar gilt: kein Fußbreit den Faschist_innen! (mehr…)